Wasser – Grundlage des Lebens

18. September 2023

Wasser – Grundlage des Lebens
Wasser und Leben

Dazu gehört die Frage: Wie gehen wir mit unseren Abwässern um?

Die CDU-Fraktion im Rat der Gemeinde Wedemark hat sich informiert und die Kläranlage in Bissendorf besucht; sie wird seit September 2020 im laufenden Betrieb erneuert und erweitert.

Was passiert mit den Abwässern aus der Gemeinde Wedemark?  Dazu erläuterte der Leiter der Kläranlage, Herr Henning Luttermann, den Wasserlauf durch die Kläranlage bis es über den Johannisgraben dem Wasserkreislauf wieder zugeführt wird:

  • Im neuen Rechengebäude werden die Grobstoffe entfernt, weiter gereinigt und ausgepresst in Containern gesammelt.
  • Absinkende Feststoffe und Sand werden im sanierten, belüfteten zurückgehalten, abgepumpt und im Sandklassierer in der neuen Rechenhalle gereinigt und in einem Container gesammelt.
  • Die zwei alten Belebungsbecken werden abgerissen, die Spundwand für neue Becken wurde bis in 14 m Tiefe eingerammt. Sie sichert die Baugrube für die neuen Vorklärbecken und Belebungsbecken in Rechteckbauweise mit einer Wassertiefe von ca. 4,80 m, die Baugrube wird dementsprechend ca.6,0 m tief ausgehoben.
  • Die Biomasse aus den Nachklärbecken (sogenannter überschüssiger Belebtschlamm ) wird in Zukunft im Neubau des Faulturms im sauerstoffarmen Milieu ausgefault, so dass es keine biologische Aktivität mehr im Schlamm gibt und er für die Verbrennung in einer Monoklärschlammverbrennungsanlage verwendet werden kann. Und: Das bei der Faulung anfallende Faulgas ( Methan, CH4) wird verstromt.
  • Das neue Maschinengebäude mit acht Räumen ist in direkter Nachbarschaft zum Faulturm und Gasspeicher errichtet. Es umfasst die Faulgasaufbereitung, das BHKW zur Verstromung des Methangases, den Pumpenraum mit Wärmetauscher für die Weiterbehandlung des ausgefaulten Schlamm. Die Wärme aus dem Schlamm wird zur Erwärmung des Rohschlamms zurückgewonnen.  In einem weiteren Raum wird das Notstromaggregat aufgestellt, das stellt sicher, dass die gesamte Kläranlage bei einem externen Stromnetzausfall mit Strom versorgt werden kann.
  • Das vorhandene mehrstöckige Klinkergebäude für die Filtration ist voll in Betrieb. Die durch den Umbau eingeschräkte Reinigungsleistung der einen „Belebung“ wird unterstützt. In Kiesfiltern wird das Ablaufwasser aus der Nachklärung nachgereinigt. Für die Zukunft steht das Gebäude für eine mögliche weitere Reinigungsstufe zur Verfügung.
  • Fundamente nördlich des Faulturms werden den Gasspeicher zur Zwischenspeicherung von Faulgas ausgestattet mit einer Notfackel zum kontrollierten Abfackeln von überschüssigem Gas aufnehmen.
  • Das einzige Belebungsbecken in Betrieb wird später zu einem Nachklärbecken, baugleich zu dem vorhandenen, umgebaut.
  •  Die Schlammbehandlung und das Schlammlager von 2019 dienen der Behandlung des anfallenden Überschusschlamms, der aktuell noch landwirtschaftlich verwertet und später in die Monoklärschlammverbrennung verbracht wird.
  • Die zentrale Überwachung und Einstellung der Anlagentechnik erfolgt über einen Analyseraum mit Schaltwarte für die Eigenüberwachung und fortlaufende Kontrolle der Reinigungsleistung – so wird sichergestellt, dass effektiv gereinigtes Wasser die Kläranlage in den natürlichen Wasserkreislauf verlässt.
  • Was fehlt? Für das Personal ist auch gesorgt: Im Betriebsgebäude gibt es neue und angemesene Sanitär-, Sozial- und Büroräume dazu einen Besprechungsraum.

Dächer werden bzw. sind bereits im Interesse des Klimaschutzes mit Photovoltaik ausgestattet, das reduziert die Betriebskosten. „Diese Arbeiten, geplante Fertigstellung Ende 2023 und die Möglichkeit zur Installierung einer weiteren Reinigungsstufe machen die Kläranlage der Wedemark fit für die Zukunft“, war die einhellige Überzeugung der Besucher. Der Fraktionsvorsitzende Markus Schmieta bedankte sich sehr herzlich bei Herrn Luttermann für seine kompetenten und verständlichen Erläuterungen „am Objekt“, die einladen, nach Fertigstellung wieder vorbeizuschauen.

Bildnachweis: AdobeStock_620488221.jpeg

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